Donnerstag, 10. Dezember 2015

männer hören nicht zu

sind sie auch immer wieder mit dem vorwurf, dass sie nicht zuhören oder zuhören können, konfrontiert? clemens beschäftigt sich mit kommunikation und hat daher ein auge dafür, was üblicherweise zwischen mann und frau kommunikationstechnisch läuft.

statisch gesehen hören männer und frauen gleich gut zu. dass nur männer nicht zuhören ist ein feministenmärchen. das liegt an den mechanismen der kommunikation.

die wahrnehmung von dem, was unser(e) gegenüber sagt, hängt im wesentlichen davon ab, ob wir in einem ausreichend konzentrierten wahrnehmungsbereiten zustand sind. da unterscheiden sich die geschlechter idr. nicht. das zweite ist die lautstärke der botschaft. wenn er/sie im bad stehen und etwas sagt, wird es schwierig für jemand der im wohnzimmer sitzt, überhaupt mitzubekommen, dass der/die andere etwas gesagt hat. für den/die sender(in) der botschaft gilt es aber als gesagt, weil er/sie sich ja selber beim sagen gehört haben.

diesbezüglich gibt es ein weiteres wahrnehmungsproblem. wenn jemand einen gedanken fünfmal denkt, kann er/sie oft nicht mehr unterscheiden, ob er nur gedacht oder auch gesagt wurde. es ist enorm mühsam, wenn dinge von denen der/die partner(in) geträumt oder sich vorgestellt hat, eingefordert werden, warum sie noch nicht passiert sind. der/die sender(in) ist jedenfalls sicher, das (mehrmals) gesagt zu haben.

zu dem kommt, dass wir botschaften über filter wahrnehmen. wenn eine bösartige bemerkung zum 27.mal fällt, ist es durchaus realistisch, dass sie nicht mehr den wahrnehmungsfilter durchdringt. in diesem fall ist es einer art selbstschutz.

ein weiterer filter ist der interesse-filter. wenn eine botschaft gesendet wird, die gerade nicht im den interesse-filter des/der gegenüber(s) hängen bleibt, fällt sie durch. wenn mann in gedanken schon bei der bowlingrunde oder frau schon in gedanken beim kaffeekränzchen ist, dann wird sie andere botschaften möglicherweise überhören.

lebensbedrohliches nehmen wir idr. sofort wahr. außer es handelt sich um die 500. mord- oder die 800. selbstmorddrohung. die erreicht unsere wahrnehmung sehr wahrscheinlich nicht mehr.

laut clemens unterscheidet wahrnehmung und kommunikation nicht zwischen mann und frau. lediglich die wahrnehmungsfilter sind etwas anders gelagert. frauen nehmen eher emotionale botschaften wahr, männer eher rationale. dass hängt damit zusammen, dass frauen eher emotionale zustände begreifen können und den wert eines tollen autos nicht wirklich begreifen können. bei männern ist das umgekehrt.

clemens bedauert, dass wir zeit unseres lebens nicht wirklich lernen wie kommunikation funktioniert und viele konflikte deshalb immer stärker werden, nur weil mann und frau nicht bewusst ist, was da läuft.

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