Montag, 22. Februar 2016

wenn mutterliebe gesundheitsgefährlich wird

werner nimmt ein beratungsangebot in einer beratungseinrichtung wahr. er behauptet, dass die lebensführung der mutter seiner beiden kinder für dieselbigen massiv gesundheitsbeeinträchtigend sei, zudem wird ihm seit drei jahren der kontakt vollkommen verwehrt, er hat aber keine möglichkeiten mehr, positiv auf ihren gesundheitszustand einfluss zu nehmen.

in den jahren vor der trennung war es üblich, dass mutter und kinder die meiste zeit getrennt jeweils in ihrem zimmer vor dem fernseher verbracht haben. mit den smartphones ist es dann etwas weniger geworden. ist aber nichts besseres nachgekommen. es hätte schon ein wunder passieren müssen, wenn sich da inzwischen etwas geändert hätte, die kids jetzt irgendeinen sport betreiben würden, den weg zur schule (ein knapper kilometer) zu fuss gehen würden, oder zumindest hin und wieder die nachmittage im freien verbringen würden. geht ja nicht, könnte ihnen ja der vater über den weg laufen. als werner seine kids an den wochenenden abholte, bot er ihnen zwar keine tolles unterhaltungsprogramm, er bemühte sich aber, möglichst viel zeit mit ihnen im freien zu verbringen und ihnen bewegung schmackhaft zu machen.

werner beschreibt, wie nicht nur ihm aufgefallen ist, wie sich die wahrnehmung der kinder, die lebhaftigkeit, der bewegungsdrang, der motorik negativ verändert haben. das fiel auch in der volksschule auf, beide kamen zum schulpsychologen und in therapien. und es fiel auf, dass sich in vier jahren sein sohn dreimal knochen brach und seine tochter zweimal. man wollte schon die glasknochenkrankheit diagnostizieren, hat sich dann aber dagegen entschieden.

werner hat sich eingehend mit der thematik befasst. für ihn ist das, was da vor sich geht, ganz einfach logisch nachvollziehbar. wer ständig nur vor dem computer oder der spielkonsole oder dem smartphone sitzt, hat eine tolle motorik im daumen oder in den fingern, aber mit gleichgewichtsgefühl, reflexen, körperbeherrschung wenig am hut. dazu kommt, dass ein mangel an bewegung im freien die muskulatur schwächt, die für den knochenbau wichtige natürliche vitamin-d-bildung reduziert und einen nachweislichen negativen einfluss auf die knochendichte hat. deshalb ist die wichtigste vorbeuge gegen osteoporose viel bewegung im freien.

menschen mit guter körperbeherrschung rutschen aus und haben bestenfalls ein paar blaue flecken. haben sie diese körperbeherrschung nicht, brechen sie sich oft die knochen, zerren sich einen muskel, reißen sich bänder.

werner weiss das. nur die verantwortlichen behörden wollen von solchen zusammenhängen nichts wissen. eine körperlich und sozial gesunde entwicklung von kindern falle offenbar nicht unter kindeswohl. wer glaube, der kindeswohlbehörde ginge es in erster linie um das kindeswohl, der sei laut werner sowieso für seine naivität zu bedauern. es ginge, so habe er es erfahren, immer um das mutterwohl. und wenn mutter ruhe haben wolle, dann sei es eben am besten, wenn die kids mit jeweils einem eigenen fernseher in ihrem zimmer ruhig gestellt werden. basta.

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