Mittwoch, 11. April 2018

kleines arschloch

beim abholen eines pakets, das nicht zugestellt werden konnte, treffe ich auf einen alten bekannten. seine tochter ging mit meinem sohn in die volks- und hauptschule. ich frag ihn kurz, was seine tochter nach der hauptschule nun mache. er meint, er wisse es nicht so genau. letzten informationen zufolge besuche sie nun eine mittelschule, die mit matura endet. die antwort wundert mich etwas, es ist ungewöhnlich, dass jemand nicht sicher wisse, welche ausbildung sein kind gerade mache.

nun ja, er habe nun zwei jahre lang keinen kontakt zum kind. keine reaktion auf sms, keine antwort auf whatsapp, keine reaktion zu feiertagen und geburtstagen. er sei sich auch nicht mehr sicher, ob die telefonnummer stimme, weil er eben seit einem dreiviertel jahr nicht mal mehr eine lesebestätigung bekomme.

auf die frage, ob er eine erklärung habe, warum sein kind den kontakt verweigere, meint er, er wisse es nicht. er habe versucht, sich zumindest seiner tochter gegenüber nichts maßgebliches zu schulden kommen zu lassen. er wäre ihm auch nichts derartiges bekannt. inzwischen bezeichne er seine tochter auch nicht mehr als sein kind oder seine tochter, sondern kurz nur mehr als "kleines arschloch". wenn die mutter ein arschloch sei und das kind die meiste zeit bei ihr verbringe, dürfe man sich nicht wundern, dass das kind auch zu einem arschloch mutiere. es fielen noch ein paar begriffe über die kindesmutter, die aus rücksicht auf möglicherweise jugendliche leser hier nicht erwähnt werden. das könne man nicht ändern, das könne man höchstens so akzeptieren.

andererseits freue er sich schon drauf, wenn es einmal zu einem kontakt kommen sollte, dann würde er sich herzlich gerne in aller ausführlichkeit erklären lassen, warum das "kleine arschloch" über einen sehr langen zeitraum den kontakt verweigere. den unterhalt kassieren könne man, aber sich an regeln und vereinbarungen zu halten, das wäre zu viel verlangt. wozu auch, es hat keinerlei konsequenzen, wenn mutter und tochter tun und lassen was ihnen spass macht. es sei eben so, dass in einem arschlochsystem arschlöcher alle rechte und möglichkeiten haben.

etwas mehr als zwei jahre wäre er noch unterhaltspflichtig, dann könne er das kapitel abschliessen. über seine zukunft äußert er sich nur kurz. er wolle keine frau mehr und auf gar keinen fall mehr kinder. weder eigene noch fremde. nach mehreren beziehungen mit durchgeknallten frauen und ihren durchgeknallten kindern wolle er nur mehr seine ruhe. es reiche einfach.

unsere wege trennen sich wieder. die erfahrungen meines bekannten gehen mir länger nicht aus dem kopf. er dürfte mit dieser erfahrung nicht alleine sein, vermute ich.

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