Freitag, 15. September 2017

notnagel und kaputte typen

war gestern auf einer abendveranstaltung eingeladen. beim anschliessenden buffet treffe ich franz. hab mit ihm vor einigen jahren ein mehrtägiges seminar absolviert. nach den ersten brötchen beginnen wir eine längere unterhaltung.

franz macht einen deprimierten eindruck. er ist wieder mal abserviert worden. ziemlich kalt. und mit den üblichen vorwänden. es ärgere ihn, wenn frauen nicht ehrlich sagen könnten, was ihr problem ist. da habe er schon zu vieles erlebt. frauen, die sich gar nicht wirklich von ihrem vorherigen partner getrennt haben. frauen, die sich von kindern tyrannisieren lassen. frauen, denen ordentlich druck von eltern und geschwistern gemacht wird. er merkt das oft erst, wenn es zu spät ist. und wenn du es merkst, meint er, ziehst du sowieso den kürzeren.

mindestens drei mal sei es ihm schon passiert, dass er beziehungen mit frauen begann, denen es ziemlich schlecht ging. er habe sie so gut wie möglich umsorgt, sei möglichst viel für sie da gewesen, habe hilfe angeboten wo immer möglich. in dem ausmass in dem es den damen besser ging, liess auch das interesse der frauen an ihm nach. und dann passiert was interessantes, was sich immer wieder wiederholen sollte. hat er mal gröbere troubles, wird er für die frauen zur last und hinauskomplimentiert.

plötzlich sei man ein "kaputter" typ und sozialfall. natürlich hinterlassen schwere negative erfahrungen narben auf der seele. natürlich läuft mann gefahr, immer wieder in bestimmte emotionale schienen zu fallen. 

über die bezeichnung "kaputter typ" ärgert sich franz am meisten. denn oft seien die frauen genauso kaputt. wenn männer kaputt sind, wer hat sie denn meist kaputt gemacht?

franz meint, er halte sich jetzt sehr zurück. von potentiellen psychischen sozialfällen lasse er die finger. zu oft wäre er bereits der notnagel gewesen.

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