Sonntag, 13. August 2017

arschlöcher

zufällig lerne ich clemens kennen. clemens ist 51 und aus dem oö-zentralraum. clemens berichtet mir über seine erfahrungen, die immer wieder kommen und sich zunehmend häuften.

clemens bezeichnet sich als netter, freundlicher, hilfsbereiter mensch. er neige nicht zum auszucken, und habe sich emotional gut in der hand. hatte sich gut in der hand. das schöne am nett-und-freundlich-sein sei, dass man rasch kontakt zu vielen menschen finde, die auch nett und freundlich sind. das problem - und das merke er in letzter zeit - ist, dass er auch immer mehr arschlöcher um sich sammelt, die ihn ausnutzen und missbrauchen. allmählich habe er das gefühl, er sei nur mehr von elenden und immer aggressiveren arschlöchern umgeben. er sei allmählich am verzweifeln. manche dieser arschlöcher kann man ja meiden. bei manchen im direkten persönlichen umfeld wird das schwierig. er sei schon oft mut- und kraftlos, gehe nur mehr ungern aus dem haus, und schon gar nicht gerne unter menschen. er fürchte sich davor, dass sie ihm vollkommen über den kopf wachsen könnten.

männliche und weibliche arschlöcher hielten sich etwa die waage. er kenne keinen markanten unterschied, weder in der zahl, noch in der intensität ihres verhaltens. und es gäbe ganz junge arschlöcher wie ganz alte.

ich rate clemens, die wahrnehmbaren depressionen nicht zu unterschätzen. es wäre schade, wenn ein wertvoller mensch an einem haufen blöder arschlöcher scheitert. zu viele enden in solchen situationen in alkoholmissbrauch und krankheiten, körperlichen wie geistigen. ich spreche clemens mut zu, es ist schon klar, dass es am anfang kraft brauche, sich aus dem umfeld von arschlöchern zu befreien. aber es ist die einzige möglichkeit, mit ihnen klar zu kommen.

ich versuche mit clemens in kontakt zu bleiben. ich denke, er braucht jetzt jemand, mit dem er regelmäßig reden kann. ich hoffe, dass er sich wieder fängt.

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