Dienstag, 4. Februar 2020

das ende der gutmütigkeit

eigentlich ist es ja gut und schön, wenn menschen zur gutmütigkeit erzogen werden. glücklich werden die erzogenen damit nicht immer. ich finde sogar, sie werden meist nicht damit glücklich.

wenn du zu den gutmütigen gehörst, läufst du gefahr, missbraucht zu werden. sich darauf zu verlassen, dass deine gutmütigkeit nicht ausgenutzt wird, ist sehr ambitioniert.

ich finde, es ist psychische körperverletzung, wenn man zwar zur gutmütigkeit erzogen wird, aber nicht gleichzeitig einen sinn bekommt für grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. oder wenn wir nicht lernen, mit nachdruck nein zu sagen. auch wenn wir nicht sofort erklären können, warum wir gegen etwas sind. die wortgewandteren können sich da besser helfen.

in der früheren vergangenheit wurden insbesondere frauen zu dieser bedingungslosen gutmütigkeit erzogen. in der jüngeren vergangenheit hab ich den eindruck, dass es insbesondere männer sind, die von kindesbeinen an zur gutmütigkeit und selbstminimierung bis hin zur selbstverleugnung erzogen werden.

in der partnerwahl konzentrieren sich doch einige darauf, solche menschen zu finden, die sich alles gefallen lassen. dann wundert man sich, dass man drei-, vier-, fünfmal in der selben sackgasse landet.

ich finde, es ist enorm wichtig, gutmütig und empathisch zu sein. wie gesagt, es ist genauso wichtig, bestimmte grenzen zu setzen, wenn das in missbrauch und ausbeutung ausartet. aber vielleicht kommt die erziehung zur gutmütigkeit eh aus der mode. dann erübrigt sich das mit dem grenzen setzen ....

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen