Freitag, 10. März 2017

der weibliche orgasmus

als fallweiser leser der zeitschrift woman ist mir wieder mal ein artikel über den weiblichen orgasmus in die hände gefallen. ich wollte das nicht unkommentiert lassen und schrieb folgendes auf die feedback-seite:

sehr geehrte damen

fallweise lese ich woman, "verfolge" sie aber überwiegend auf facebook. ich hoffe, meine beiträge stören dort nicht. mir fällt auf, wie immer wieder um das thema "weiblicher orgasmus" herumgeeiert wird. wirklich in die tiefe gehen die artikel meist nicht. natürlich könnte man einem mann die kompetenz absprechen,  sich zum thema "weiblicher orgasmus" zu äußern, vielleicht ist die männliche sichtweise dazu auch durchaus befruchtend.

mir ist noch keine frau untergekommen, die orgasmus-unfähig war. der weibliche orgasmus setzt verschiedene dinge voraus. wenn eine frau das noch nie erlebt hat, und auch nicht weiss, wie sie den prozess dorthin unterstützen kann, wird es schon mal schwierig. wenn frau nicht bei der sache ist oder irgendwelche ängste das empfinden trüben, wird es auch schwer. kann sich frau beim akt fallen lassen, ist das viel einfacher. dann kommt ein biologisches problem dazu. frauen müssen meist erheblich länger stimuliert werden als männer, um einen orgasmus zu bekommen. das hat einen biologischen sinn. wäre das weibchen schneller befriedigt und würde es den akt dann abbrechen, käme es zu keiner besamung. der biologische hintergrund von sex ist immer noch die vermehrung der eigenen art. ohne erfolgte besamung wären wir schon längst ausgestorben.

empfinden frauen den fallweise nicht oder überhaupt nicht eintretenden orgasmus als mangel oder ist es die medial publizierte erwartungshaltung, als normale frau müsse man unbedingt einen orgasmus haben? bei dem drittel ohne regelmäßigen scheitert das vielleicht zum teil auch daran, dass gar kein partner vorhanden ist. die könnten ihn sich dann höchstens selbst besorgen. es gibt keinen ernstzunehmenden grund, warum dieses glückserlebnis single-frauen (und männern) vorenthalten sein soll. 

warum soll eine frau keinen orgasmus vortäuschen? wenn eine frau das gefühl hat, ausreichend befriedigt zu sein, soll sie das artikulieren können. wenn sie das gefühl hat, einfach zu verkrampft zu sein? weil sie angst hat, die blase könnte sich dabei entleeren, weil ihr das peinlich ist? weil der akt schmerzhaft geworden ist? weil sie irgendwie das gefühl hat, dass das heute nix wird.

vielleicht ist es ihnen möglich, frauen und männern klarzumachen, dass ein orgasmus ein schönes erlebnis ist, aber kein unbedingtes leistungskriterium für männer und frauen. möglicherweise macht es mit weniger leistungsdruck auch mehr spass. vielleicht sagt manche frau nach dem höhepunkt des mannes einfach "du das passt jetzt so", knuddelt ihn und befreit ihn von der angst, sie nicht befriedigt zu haben.  


mfg hans kreimel
landwirt, forstwirt, bioobstbauer (zwecks fundierung meiner kompetenz zu diesem thema)
blogger 

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